"Vorfälligkeitsjoker"

Spektakuläres Urteil aus Frankfurt: Commerzbank-Kunden können jetzt die Vorfälligkeit zurückverlangen

[letzte Aktualisierung: 30.10.2020]

 

Nach einem nunmehr veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt a.M. vom 01.07.2020 (Aktenzeichen: 17 U 810/19) muss die Commerzbank AG die vereinnahmte Vorfälligkeitsentschädigung an ihre Kunden zurückzahlen. Betroffen sind praktisch alle Verträge, die seit 2016 abgeschlossen wurden. Zur Begründung führte das OLG aus, dass die Regelungen im Darlehensvertrag über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zu kompliziert seien. 


"Widerrufsjoker"

Muster-Widerrufsinformation verstößt gegen EU-Recht

Sämtliche Widerrufsinformationen sind auf dem Prüfstand
Sämtliche Widerrufsinformationen sind auf dem Prüfstand

In einer bahnbrechenden Entscheidung hat der Europäische Gerichtshof am 26.03.2020 im Verfahren C-66/19 ("JC / Kreissparkasse Saarlouis) entschieden, dass Widerrufsinformationen von Darlehensverträgen, die zwischen dem 29.07.2010 und dem 20.03.2016 abgeschlossen wurden, mit EU-Recht nicht vereinbar sind. Wörtlich führte der EuGH in seiner Pressemitteilung aus: "Der Gerichtshof stellt fest, dass die Richtlinie, die darauf abzielt, allen Verbrauchern ein hohes Maß an Schutz zu gewährleisten, dahin auszulegen ist, dass Verbraucherkreditverträge in klarer und prägnanter Form die Modalitäten für die Berechnung der Widerrufsfrist angeben müssen." Dies ist jedoch aufgrund zahlreicher Verweise bei den in Deutschland verwendeten Widerrufsinformationen nicht der Fall.

Die Kanzlei Stenz & Rogoz wird Ihnen in maximal 48 Stunden eine kostenfreie erste Einschätzung geben, ob Sie mit Ihrem Darlehensvertrag von dem EuGH-Urteil profitieren.


Wer wird sind

Wir sind ein Team bestehend aus kompetenten und erfahrenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Unsere Kanzlei vertritt seit Jahren bundesweit Anleger und Bankkunden in Fragen rund um den Widerruf von Darlehensverträgen.

Unsere Leistung

Egal, ob Sie rechtsschutzversichert sind oder nicht: Wir prüfen für Sie kostenlos innerhalb von 48 Stunden, ob die Widerrufsbelehrung Ihres Kreditvertrages wirksam ist und ob Sie sich bei einer Refinanzierung die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung sparen können.



Erfahrene Rechtsanwälte beim Darlehenswiderruf
Rechtsanwälte H. Stenz, C. Rogoz, M. Gerstner und A. Tiedtke

Voller Service auch während des zweiten Lockdowns!

Auch während des zweiten Lockdowns stehen Ihnen die Rechtsanwälte Stenz & Rogoz als Ansprechpartner fünf Tage in der Woche telefonisch und am Samstag per E-Mail zur Verfügung. Wir bieten eine Abwicklung Ihres Mandates vom ersten Informationsgespräch bis zum Abschluss auf Wunsch ausschließlich per Fernkommunikation (Telefonkonferenz auch mit Skype oder Teams sowie natürlich per E-Mail) an. 


Unserer Kanzlei bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest berichtete am 18.03.2019 über einen Hinweisbeschluss, der von der Kanzlei Stenz & Rogoz erwirkt wurde.
Stiftung Warentest berichtete am 18.03.2019 über einen Hinweisbeschluss, der von der Kanzlei Stenz & Rogoz erwirkt wurde.

Auch am 15.04.2020 wird die Kanzlei Stenz & Rogoz von Stiftung Warentest erwähnt.
Auch am 15.04.2020 wird die Kanzlei Stenz & Rogoz von Stiftung Warentest erwähnt.

Wiederholt - zuletzt am 15.04.2020 - berichtet Stiftung Warentest unter der Rubrik "So kommen Sie aus teuren Kreditverträgen raus" über Urteile, die unsere Kanzlei gegen die Sparkasse bzw. die Commerzbank erzielt hat. Die Beiträge können Sie nachlesen unter diesem Link.


Diese Darlehensverträge können Sie 2020 noch widerrufen:

  • Alle Darlehensverträge, die nach dem 29.07.2010 abgeschlossen wurden (die diesen Verträgen zugrunde liegende Belehrung heißt "Widerrufsinformation");
  • Alle Konsumentendarlehen (z.B. auch Pkw-Finanzierungen), unabhängig davon, wann sie geschlossen wurden;
  • Alle Darlehensverträge (unabhängig davon, wann sie abgeschlossen wurden), die überhaupt keine Widerrufsbelehrung oder Widerrufsinformation enthielten.

Vorteile eines Darlehenswiderrufs:

Diese Vorteile bringt der Widerruf mit sich:

 

Sie können Ihr Darlehen vor Ablauf der Zinsbindungsfrist ablösen bzw. zu aktuellen niedrigen Marktzinsen refinanzieren.

 

Sie müssen keine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen.

 

Sie realisieren erhebliche Zinsvorteile gegenüber der regulären Rückzahlung. 

Lesen Sie mehr zu den Vorteilen des Darlehenswiderrufs unter:


Wie sieht eine Widerrufsinformation aus?

Eine Standard-Widerrufsinformation sieht wie folgt aus:

 

Widerrufsinformation

 

Widerrufsrecht

Der Darlehensnehmer kann seine Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Telefax, E-Mail) widerrufen.

Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags, aber erst, nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Absatz 2 BGB (z. B. Angabe des effektiven Jahreszinses, Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrages, Angabe der für den Darlehensgeber zuständigen Aufsichtsbehörde) erhalten hat. 

Der Darlehensnehmer hat alle Pflichtangaben erhalten, wenn sie in der für den Darlehensnehmer bestimmten Ausfertigung seines Antrags oder in der für den Darlehensnehmer bestimmten Aus fertigung der Vertragsurkunde oder in einer für den Darlehensnehmer bestimmten Abschrift seines Antrags oder der Vertragsurkunde enthalten sind und dem Darlehensnehmer eine solche Unterlage zur Verfügung gestellt worden ist. Über in den Vertragstext nicht aufgenommene Pflichtangaben kann der Darlehensnehmer nachträglich in Textform informiert werden; die Widerrufsfrist beträgt dann einen Monat. Der Darlehensnehmer ist mit den nachgeholten Pflichtangaben nochmals auf den Beginn der Widerrufsfrist hinzuweisen.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Der Widerruf ist zu richten an:

[…]

 

Widerrufsfolgen

Der Darlehensnehmer hat innerhalb von 30 Tagen das Darlehen, soweit es bereits ausbezahlt wurde, zurückzuzahlen und für den Zeitraum zwischen der Auszahlung und der Rückzahlung des Darlehens den vereinbarten Sollzins zu entrichten. Die Frist beginnt mit der Absendung der Widerrufserklärung. Für den Zeitraum zwischen Auszahlung und Rückzahlung ist bei vollständiger Inanspruchnahme des Darlehens pro Tag ein Zinsbetrag in Höhe von

 

XX,xx Euro

 

zu zahlen. Dieser Betrag verringert sich entsprechend, wenn das Darlehen nur teilweise in Anspruch genommen wurde. 


Die häufigsten Belehrungsfehler:

Mängel in der Widerrufsinformation führen zur Widerrufbarkeit des Darlehensvertrages
Mängel in der Widerrufsinformation führen zur Widerrufbarkeit des Darlehensvertrages

Wir stellen Ihnen 10 besonders häufig vorzufindende Mängel von Widerrufsinformationen bei Immobiliardarlehensverträgen, die zwischen 30.07.2010 und 20.03.2016 geschlossen wurden, vor. Dies soll aber nicht als abschließende Aufzählung begriffen werden. Senden Sie uns Ihren Darlehensvertrag einfach per Post, Mail oder Fax zu. Wir prüfen für Sie anhand der aktuellen Rechtsprechung kostenlos, ob Ihre Widerrufsbelehrung an Mängeln leidet.

Fehlende Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde

 

Mit Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22.11.2016 (Aktenzeichen: XI ZR 434/15) wurde klargestellt,d ass der nachstehende Klammerzusatz in der Widerrufsinformation

"(z.B. Angabe des effektiven Jahreszinses, Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrags, Angabe der für die Sparkasse/Bank zuständigen Aufsichtsbehörde)"

 

 zu einem beachtlichen Belehrungsfehler führen kann, wenn im Vertragstext entweder die Angabe der Aufsichtsbehörde oder aber die Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrags fehlen.  

 

Mit dem zitierten Klammerzusatz haben viele Kreditinstitute (u.a. die SparkassenRaiffeisen- und VolksbankenMünchener Hypothekenbank und die PSD-Banken) versucht, den Begriff "Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB"  zu erläutern.

 

Ein Abdruck dieser Informationen in den AGB genügt übrigens laut Urteil des BGH vom 04.07.2017  in der Regel nur dann, wenn die AGB fest an den Darlehensvertrag geheftet waren. Eine Aufklärung im Preis- und Leistungsverzeichnis ist hingegen von vornherein unzureichend, meint das Hamburger Landgericht.

Verwirrende Verwendung von Singular- und Pluralformen bei der Anrede der Darlehensnehmer:

 

In vielen Widerrufsinformationen der Sparkassen und der Allianz Lebensversicherungs-AG wird nicht klar, welche Voraussetzungen und welche Folgen des Widerrufsrechts einen Darlehensnehmer und welche beide Darlehensnehmer gemeinsam treffen. So heißt es etwa in einer häufig verwendeten Belehrung der Sparkasse einerseits:

 

"Der Darlehensnehmer kann seine Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Telefax, E-Mail) widerrufen",

 

während später im Abschnitt "Widerrufsfolgen" zu lesen ist:

 

"Wenn Sie nachweisen, dass der Wert Ihres Gebrauchsvorteils niedriger war als der Vertragszins, müssen Sie nur den verminderten Betrag zahlen. "

 

Aufgrund dieses Perspektivwechsels muss sich bei Ehegatten jedoch der Eindruck aufdrängen, dass der Ehefrau von vornherein kein Widerrufsrecht zustand.

 

Mehr lesen unter:


Muster-Widerrufsschreiben

Um den Widerruf eines Darlehensvertrages zu erklären, benötigt man grundsätzlich nicht die Hilfe eines Rechtsanwaltes.

  

Wir stellen Ihnen anliegend zwei Musterwiderrufsschreiben zur Verfügung: 

  • Mit dem "einfachen" Widerrufsschreiben können Sie den Widerruf erklären. Das Darlehensverhältnis wandelt sich - sofern ein Widerruf noch möglich ist - in ein Rückabwicklungsschuldverhältnis. Hierdurch gerät die Bank jeodch noch nicht mit der Rückzahlung der vereinnahmten Annuitäten und etwaigen Sondertilgungen in Verzug.
  • Mit dem "qualifizierten" Widerrufsschreiben können Sie die Bank auch in den Verzug setzen. Eine In-Verzug-Setzung bezüglich des Nutzungsersatzes ist jedoch nur mit einem  Berechnungsprogramm möglich. Die entsprechende Berechnung können wir gerne für Sie vornehmen.

 

Bitte bedenken Sie vor der Erklärung Ihres Widerrufs stets:

  • Widerrufen Sie nur, wenn Sie sich - notfalls auch kurzfristig innerhalb von 30 Tagen - refinanzieren können! Sprich: Die Refinanzierung muss gesichert sein.
  • Wenn Sie eine sog. Prolongation widerrufen, könnte es passieren, dass der ursprüngliche Darlehensvertrag wieder auflebt. Dieser hat u.U. höhere Zinsen. Der Widerruf muss also nicht immer vorteilhaft sein.
  • Schreiben Sie so wenig wie möglich zur Begründung des Widerrufs. Die Banken werden versuchen, Ihnen unlautere Motive zu unterstellen und den Widerruf als rechtsmissbräuchlich darzustellen.
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Einfaches Muster eines Widerrufsschreiben
Mit diesem Muster können Sie den Widerruf Ihres Darlehensvertrages erklären.
Einfaches Widerrufsschreiben Muster.pdf
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Qualifiziertes Muster Widerrufsschreiben
Mit diesem Schreiben können Sie den Widerruf Ihres Darlehensvertrages erklären und die Bank oder Sparkasse in den Verzug mit der Rückzahlung bringen.
Qualifiziertes Muster Widerrufsschreiben
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Was ist das ewige Widerrufsrecht?

Viele Darlehensverträge lassen sich auch noch Jahre nach Vertragsschluss widerrufen
Ewiges Widerrufsrecht

Wurden der Darlehensnehmer nicht richtig über sein Widerrufsrecht belehrt oder enthielt der Darlehensvertrag nicht alle gesetzlichen Pflichtangaben, begann die 2wöchige Widerrufsfrist nie an zu laufen. Die Gerichte sprechen insofern vom sog. ewigen Widerrufsrecht. Dies bedeutet, dass der Darlehensnehmer seinen Darlehensvertrag auch noch Jahre nach dem Vertragsschluss widerrufen und rückabwickeln kann.


Ist mein Widerruf verjährt oder verwirkt?

Auch Widerrufe können verwirken.
Verjährung oder Verwirkung des Widerrufs?

Viele Banken behaupten pauschal, der Widerruf sei infolge Zeitablaufs verwirkt" Richtig ist, dass ein Widerruf verwirken kann. Dies hat der BGH zwischenzeitlich geklärt. Bei noch laufenden Darlehensverträgen ist die Verwirkung jedoch keinesfalls die Regel, sondern eine krasse Ausnahme. Lediglich bei bereits abgelösten Darlehensverträgen muss man genauer prüfen.

 

Generell schließt die Verwirkung die „illoyal verspätete Inanspruchnahme eines Schuldners“ aus. Unter dem Gesichtspunkt der unzulässigen Rechtsausübung (§ 242 BGB) setzt sie, insoweit der Verjährung ähnlich, eine zeitliche Grenze für die Rechtsausübung. Ein Recht ist verwirkt, wenn seit der Möglichkeit der Geltendmachung längere Zeit verstrichen ist (sog. Zeitmoment) und besondere Umstände hinzutreten, die die verspätete Geltendmachung als Verstoß gegen Treu und Glauben erscheinen lassen (sog. Umstandsmoment). Letzteres ist der Fall, wenn der Verpflichtete bei objektiver Betrachtung aus dem Verhalten des Berechtigten entnehmen durfte, dass dieser sein Recht nicht mehr geltend machen werde. Ferner muss sich der Verpflichtete im Vertrauen auf das Verhalten des Berechtigten in seinen Maßnahmen so eingerichtet haben, dass ihm durch die verspätete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstünde (so etwa BGH im Urteil vom 23.01.2014 (Az.: VII ZR 177/13, veröffentlicht in NJW 2014, 1230).


Abgasskandal und Widerruf

Widerruf von vom  Abgasskandal betroffener Verträge
Widerruf von vom Abgasskandal betroffener Verträge

Verbraucher, die ihren Pkw finanziert oder geleast haben, können den so genannten Widerrufsjoker ziehen: Denn deutsche Zivilgerichte nehmen seit Ende 2017 die Widerrufsbelehrungen bzw. Widerrufsinformationen von Pkw-Finanzierungsverträgen und PkW-Leasingverträgen sehr kritisch unter die Lupe.

 

 Dies bedeutet konkret: Der Pkw kann auch Jahre nach Abschluss des Kauf- oder Leasingvertrages zurückgegeben werden. Der Käufer oder Leasingnehmer schuldet nur die Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer. Dieser ist in der Regel jedoch wesentlich geringer als der tatsächlich eingetretene Wertverlust des Fahrzeuges.

So hat das Landgericht Berlin in einem viel beachteten Urteil vom 05.12.2017 (Az.: 4 O 150/16) entschieden, dass ein Autokäufer von der Volkswagen Bank GmbH (im Weiteren: VW-Bank) nicht verständlich über die Möglichkeit der Kündigung aufgeklärt wurde. Auch eine hinreichende Darstellung der Berechnung einer möglichen Vorfälligkeitsentschädigung ließ der Vertrag vermissen. 

Ähnlich hatte bereits das Landgericht Arnsberg in seinem Urteil vom 17.11.2017 (Az.: 2 O 45/17) argumentiert. Das Landgericht Ellwangen hat die Linie der Rechtsprechung mit Urteil vom 25.01.2018 (Az.:  4 O 232/17) bestätigt. 

 

In einem aufsehenerregenden Urteil hat das LG Ravensburg am 07.08.2018 (Az.: 2 O 259/17) entschieden, dass ein Verbraucher, der seinen Autokreditvertrag bei der VW Bank wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung wirksam widerrufen hat, sämtliche gezahlten Raten zurückerhält und weder Wertersatz noch Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen muss.

 

Autokredite können - mit großen Vorteilen für den Käufer - daher in vielen Fällen auch noch im Jahr 2020 widerrufen und rückabgewickelt werden: Die finanzierende Bank muss dann den Pkw zurücknehmen und kann vom Käufer allenfalls linearen Wertersatz für die gefahrenen Kilometer beanspruchen. Mit anderen Worten: Den hohen Wertverlust der ersten Lebensjahre eines Fahrzeuges tragen die Banken und nicht der Käufer. 

 

Bei finanzierten Verträgen ist der Widerruf des Darlehens der einfachere und günstigere Weg, sich von einem Autokauf wieder zu lösen, als Schadensersatz wegen erhöhter Abgaswerte (Stichwort: Abgasskandal) zu fordern.


Deckt meine Rechtsschutzversicherung einen Rechtsstreit?

Als besonderen Service bieten wir an, die Korrespondenz mit Ihrer Rechtsschutzversicherung  kostenfrei zu führen. Der Vorteil für Sie: Sie sparen Zeit und Ärger!

 

Viele Rechtsschutzversicherungen decken Streitigkeiten im Zusammenhang mit Darlehenswiderrufen, etwa Allianz, ARAG, Auxilia, Deurag, HUK-Coburg, HUK24, Roland, WGV.

 

Eine Besonderheit gilt bei Darlehensverträgen, mit denen ein Immobilienerwerb finanziert wurde. Die meisten Rechtsschutzversicherungen enthalten die sog. Bauherrenklausel. Das bedeutet, gedeckt sind nur Darlehensverträge, mit denen der Erwerb einer gebrauchten Immobilie zu Eigenwohnzwecken finanziert wurde.

Generell decken Rechtsschutzversicherungen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit einem Darlehenswiderruf. Bei Immobiliardarlehensverträgen ist jedoch Voraussetzung, dass mit dem Darlehensvertrag eine Immobilie finanziert wurde, bei der es sich um eine Bestandsimmobilie (d.h. keinen Neubau) gehandelt hat und der Verbraucher diese zu Eigenwohnzwecken erworben hat. 

Die meisten Rechtsschutzverträge aus dem Jahr 2018 - wie etwa von der ARAG - sehen mittlerweile allerdings folgenden Ausschluss vor:

 

"Sie haben vor Beginn des Versicherungsschutzes einen Darlehens- oder Versicherungsvertrag geschlossen und üben ein Widerrufs- oder Widerspruchsrecht aus mit der Begründung, bei Abschluss des Darlehens- oder Versicherungsvertrags über das Widerrufs- oder Widerspruchsrecht gar nicht oder nur unzureichend aufgeklärt bzw. belehrt worden zu sein. Dies gilt auch dann, wenn Widerruf oder Widerspruch nach Abschluss des Rechtsschutzvertrags erfolgen."

 

Gerne schauen wir uns kostenfrei die Rechtsschutzbedingungen Ihrer  Versicherungsgesellschaft an. Die Korrespondenz mit Ihrer Rechtsschutzversicherung nehmen wir kostenfrei für Sie wahr.

 

Mehr zum Thema Rechtsschutzversicherung finden Sie hier:

Aktuelles

BGH: Ein Großteil der Autokreditverträge ist widerrufbar

Paukenschlag aus Karlsruhe: Mit Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. Oktober 2020 (Az.: XI ZR 498/19) wurde nun bestätigt, dass die allermeisten Verbraucherdarlehensverträge widerrufbar sind. Sobald der Darlehensgeber auch nur leichte Abweichungen vom Belehrungsmuster vorgenommen hat - dies ist unseren Erfahrungen zufolge in rund 90 % der uns vorgelegten Verträge der Fall - hat sich der Bundesgerichtshof nun der europäischen Rechtsprechung angeschlossen und die Widerrufsinformationen aufgrund des sog. Kaskadenverweises für unwirksam erklärt. Dies bedeutet konkret: Der Pkw kann auch Jahre nach Abschluss des Kauf- oder Leasingvertrages zurückgegeben werden.

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OLG Frankfurt a.M.: EuGH-Urteil schlägt auf Darlehensvertrag durch

Das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. hat mit nunmehr veröffentlichtem Urteil vom 22.09.2020 (Az.: 10 U 188/19) klargestellt, dass ein Widerruf wegen des europarechtswidrigen Kaskadenverweises zumindest in den Fällen möglich ist, in denen die Bank ihre Kunden nicht gemäß dem gesetzlichen Muster belehrt hat.

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Bundesregierung beschließt besseren Verbraucherschutz im Darlehensrecht

Verbraucher sollen nach dem Willen der Bundesregierung besser beim Abschluss von Darlehensverträgen informiert werden. Die Bundesregierung hat dafür am 18.11.2020 einen Gesetzentwurf  mit dem sperrigen Namen "Gesetz zur Änderung des Musters für eine Widerrufsinformation für Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge" vorgelegt, mit welchem auf zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofs vom September 2019 und vom März 2020 reagiert wird. Beide Entscheidungen betreffen die Auslegung der sog. Verbraucherkreditrichtlinie (RL 2008/48/EG).

 

Mit Urteil vom 11. September 2019 hat der EuGH in der Rechtssache C-383/18 („Lexitor“) entschieden, dass das Recht von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf Ermäßigung der Gesamtkosten des Kredits bei vorzeitiger Kreditrückzahlung sämtliche ihnen auferlegten Kosten und damit auch laufzeitunabhängige Kosten umfasst. § 501 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) regelt bislang ausdrücklich nur die Reduzierung der Zinsen und laufzeitabhängigen Kosten. § 501 BGB ist daher an die europarechtlichen Vorgaben in der vom EuGH vorgenommenen Auslegung anzupassen.

 

Zum anderen betrifft der Entwurf die Gestaltung des gesetzlichen Musters für eine Widerrufsinformation für Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge in Anlage 7 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche (EGBGB). Das Muster ist anzupassen, um der Entscheidung des EuGH vom 26. März 2020 in der Rechtssache C-66/19 Rechnung zu tragen. Danach müssen Verbraucherinnen und Verbraucher in klarer und prägnanter Form Informationen über die Modalitäten der Berechnung der Widerrufsfrist erhalten; verweist eine solche Information auf Vorschriften des nationalen Rechts, die wiederum auf andere Vorschriften verweisen (sogenannter „Kaskadenverweis“), entspreche dies nicht den Vorgaben der Richtlinie. Die für Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge geltende gesetzliche Musterwiderrufsinformation in Anlage 7 des EGBGB soll daher überarbeitet werden. Ziel ist es, eine Gesetzeslage zu schaffen, die den vom EuGH definierten unionsrechtsrechtlichen Vorgaben entspricht. Künftig solle der Kreditgeber alle notwendigen Pflichtangaben direkt in der Widerrufsinformation aufzählen müssen (vgl. EuGH, NJW 2020, 1423). Auf diese Weise könnten Verbraucher durch einen Abgleich mit den ihnen vorgelegten Unterlagen feststellen, ob und wann ihre Widerrufsfrist zu laufen begonnen hat, ohne noch einmal in das Gesetz schauen zu müssen, heißt es in der Mitteilung des Bundesjustizministeriums.

 

Der Deutsche Anwaltsverein kritisiert den Regierungsentwurf. In seiner Stellungnahme im Gesetzgebungsverfahren führt er u.a. aus:

 

"Die beabsichtigte Neufassung der gesetzlichen Widerrufsinformation für Allgemein-Verbraucherdarlehen in Anlage 7 zu Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB sieht der DAV kritisch. Die umfassende Aufnahme der Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB in die Widerrufsinformation (neuer „Abschnitt 2“ des Referentenentwurfs) bläht diese zu einem mehrseitigen Schriftstück auf, dessen Lesbarkeit nicht mehr gewährleistet ist."

BGH: Kein Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung

Mit Urteil vom vom 28.07.2020 (Aktenzeichen XI ZR 288/19) hat der BGH klargestellt, dass eine Bank von ihren Kunden keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen kann, wenn die Angaben zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung fehlerhaft sind. In dem vom BGH entschiedenen Fall hatte der Kläger in 2016 einen Kredit bei der Mercedes Benz Bank über 19.000 Euro zur Finanzierung eines Pkw aufgenommen und diesen widerrufen. 

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