Wer wird sind

Wir sind ein Team bestehend aus kompetenten und erfahrenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Unsere Kanzlei vertritt bundesweit Anleger und Bankkunden in Fragen rund um den Widerruf von Darlehensverträgen.

Unsere Leistung

Egal, ob Sie rechtsschutzversichert sind oder nicht: Wir prüfen für Sie kostenlos innerhalb von 48 Stunden, ob die Widerrufsbelehrung Ihres Kreditvertrages wirksam ist und ob Sie sich bei einer Refinanzierung die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung sparen können.



Erfahrene Rechtsanwälte beim Darlehenswiderruf
Rechtsanwälte H. Stenz, C. Rogoz, M. Gerstner und A. Tiedtke

Aktueller Beitrag unserer Kanzlei bei Stiftung Warentest

Sowohl am 18.03.2019 als auch am 29.04.2019 berichtete Stiftung Warentest unter der Rubrik "So kommen Sie aus teuren Kreditverträgen raus" erneut über Urteile, die unsere Kanzlei gegen die Sparkasse bzw. die Commerzbank erzielt hat. Die Beitrag können Sie nachlesen unter diesem Link.


Diese Darlehensverträge können Sie 2019 noch widerrufen:

  • Alle Darlehensverträge, die nach dem 29.07.2010 abgeschlossen wurden (die diesen Verträgen zugrunde liegende Belehrung heißt "Widerrufsinformation");
  • Alle Konsumentendarlehen (z.B. auch Pkw-Finanzierungen), unabhängig davon, wann sie geschlossen wurden;
  • Alle Darlehensverträge (unabhängig davon, wann sie abgeschlossen wurden), die überhaupt keine Widerrufsbelehrung oder Widerrufsinformation enthielten.

Vorteile eines Darlehenswiderrufs:

Diese Vorteile bringt der Widerruf mit sich:

 

Sie können Ihr Darlehen vor Ablauf der Zinsbindungsfrist ablösen bzw. zu aktuellen niedrigen Marktzinsen refinanzieren.

 

Sie müssen keine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen.

 

Sie realisieren erhebliche Zinsvorteile gegenüber der regulären Rückzahlung. 

Lesen Sie mehr zu den Vorteilen des Darlehenswiderrufs unter:


Wie sieht eine Widerrufsinformation aus?

Eine Standard-Widerrufsinformation sieht wie folgt aus:

 

Widerrufsinformation

 

Widerrufsrecht

Der Darlehensnehmer kann seine Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Telefax, E-Mail) widerrufen.

Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags, aber erst, nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Absatz 2 BGB (z. B. Angabe des effektiven Jahreszinses, Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrages, Angabe der für den Darlehensgeber zuständigen Aufsichtsbehörde) erhalten hat. 

Der Darlehensnehmer hat alle Pflichtangaben erhalten, wenn sie in der für den Darlehensnehmer bestimmten Ausfertigung seines Antrags oder in der für den Darlehensnehmer bestimmten Aus fertigung der Vertragsurkunde oder in einer für den Darlehensnehmer bestimmten Abschrift seines Antrags oder der Vertragsurkunde enthalten sind und dem Darlehensnehmer eine solche Unterlage zur Verfügung gestellt worden ist. Über in den Vertragstext nicht aufgenommene Pflichtangaben kann der Darlehensnehmer nachträglich in Textform informiert werden; die Widerrufsfrist beträgt dann einen Monat. Der Darlehensnehmer ist mit den nachgeholten Pflichtangaben nochmals auf den Beginn der Widerrufsfrist hinzuweisen.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Der Widerruf ist zu richten an:

[…]

 

Widerrufsfolgen

Der Darlehensnehmer hat innerhalb von 30 Tagen das Darlehen, soweit es bereits ausbezahlt wurde, zurückzuzahlen und für den Zeitraum zwischen der Auszahlung und der Rückzahlung des Darlehens den vereinbarten Sollzins zu entrichten. Die Frist beginnt mit der Absendung der Widerrufserklärung. Für den Zeitraum zwischen Auszahlung und Rückzahlung ist bei vollständiger Inanspruchnahme des Darlehens pro Tag ein Zinsbetrag in Höhe von

 

XX,xx Euro

 

zu zahlen. Dieser Betrag verringert sich entsprechend, wenn das Darlehen nur teilweise in Anspruch genommen wurde. 


Die häufigsten Belehrungsfehler:

Mängel in der Widerrufsinformation führen zur Widerrufbarkeit des Darlehensvertrages
Mängel in der Widerrufsinformation führen zur Widerrufbarkeit des Darlehensvertrages

Wir stellen Ihnen 10 besonders häufig vorzufindende Mängel von Widerrufsinformationen bei Immobiliardarlehensverträgen, die zwischen 30.07.2010 und 20.03.2016 geschlossen wurden, vor. Dies soll aber nicht als abschließende Aufzählung begriffen werden. Senden Sie uns Ihren Darlehensvertrag einfach per Post, Mail oder Fax zu. Wir prüfen für Sie anhand der aktuellen Rechtsprechung kostenlos, ob Ihre Widerrufsbelehrung an Mängeln leidet.

Fehlende Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde

 

Mit Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22.11.2016 (Aktenzeichen: XI ZR 434/15) wurde klargestellt,d ass der nachstehende Klammerzusatz in der Widerrufsinformation

"(z.B. Angabe des effektiven Jahreszinses, Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrags, Angabe der für die Sparkasse/Bank zuständigen Aufsichtsbehörde)"

 

 zu einem beachtlichen Belehrungsfehler führen kann, wenn im Vertragstext entweder die Angabe der Aufsichtsbehörde oder aber die Angaben zum einzuhaltenden Verfahren bei der Kündigung des Vertrags fehlen.  

 

Mit dem zitierten Klammerzusatz haben viele Kreditinstitute (u.a. die SparkassenRaiffeisen- und VolksbankenMünchener Hypothekenbank und die PSD-Banken) versucht, den Begriff "Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB"  zu erläutern.

 

Ein Abdruck dieser Informationen in den AGB genügt übrigens laut Urteil des BGH vom 04.07.2017  in der Regel nur dann, wenn die AGB fest an den Darlehensvertrag geheftet waren. Eine Aufklärung im Preis- und Leistungsverzeichnis ist hingegen von vornherein unzureichend, meint das Hamburger Landgericht.

Verwirrende Verwendung von Singular- und Pluralformen bei der Anrede der Darlehensnehmer:

 

In vielen Widerrufsinformationen der Sparkassen und der Allianz Lebensversicherungs-AG wird nicht klar, welche Voraussetzungen und welche Folgen des Widerrufsrechts einen Darlehensnehmer und welche beide Darlehensnehmer gemeinsam treffen. So heißt es etwa in einer häufig verwendeten Belehrung der Sparkasse einerseits:

 

"Der Darlehensnehmer kann seine Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Telefax, E-Mail) widerrufen",

 

während später im Abschnitt "Widerrufsfolgen" zu lesen ist:

 

"Wenn Sie nachweisen, dass der Wert Ihres Gebrauchsvorteils niedriger war als der Vertragszins, müssen Sie nur den verminderten Betrag zahlen. "

 

Aufgrund dieses Perspektivwechsels muss sich bei Ehegatten jedoch der Eindruck aufdrängen, dass der Ehefrau von vornherein kein Widerrufsrecht zustand.

 

Mehr lesen unter:


Muster-Widerrufsschreiben

Um den Widerruf eines Darlehensvertrages zu erklären, benötigt man grundsätzlich nicht die Hilfe eines Rechtsanwaltes.

  

Wir stellen Ihnen anliegend zwei Musterwiderrufsschreiben zur Verfügung: 

  • Mit dem "einfachen" Widerrufsschreiben können Sie den Widerruf erklären. Das Darlehensverhältnis wandelt sich - sofern ein Widerruf noch möglich ist - in ein Rückabwicklungsschuldverhältnis. Hierdurch gerät die Bank jeodch noch nicht mit der Rückzahlung der vereinnahmten Annuitäten und etwaigen Sondertilgungen in Verzug.
  • Mit dem "qualifizierten" Widerrufsschreiben können Sie die Bank auch in den Verzug setzen. Eine In-Verzug-Setzung bezüglich des Nutzungsersatzes ist jedoch nur mit einem  Berechnungsprogramm möglich. Die entsprechende Berechnung können wir gerne für Sie vornehmen.

 

Bitte bedenken Sie vor der Erklärung Ihres Widerrufs stets:

  • Widerrufen Sie nur, wenn Sie sich - notfalls auch kurzfristig innerhalb von 30 Tagen - refinanzieren können! Sprich: Die Refinanzierung muss gesichert sein.
  • Wenn Sie eine sog. Prolongation widerrufen, könnte es passieren, dass der ursprüngliche Darlehensvertrag wieder auflebt. Dieser hat u.U. höhere Zinsen. Der Widerruf muss also nicht immer vorteilhaft sein.
  • Schreiben Sie so wenig wie möglich zur Begründung des Widerrufs. Die Banken werden versuchen, Ihnen unlautere Motive zu unterstellen und den Widerruf als rechtsmissbräuchlich darzustellen.
Download
Einfaches Muster eines Widerrufsschreiben
Mit diesem Muster können Sie den Widerruf Ihres Darlehensvertrages erklären.
Einfaches Widerrufsschreiben Muster.pdf
Adobe Acrobat Dokument 37.3 KB
Download
Qualifiziertes Muster Widerrufsschreiben
Mit diesem Schreiben können Sie den Widerruf Ihres Darlehensvertrages erklären und die Bank oder Sparkasse in den Verzug mit der Rückzahlung bringen.
Qualifiziertes Muster Widerrufsschreiben
Adobe Acrobat Dokument 38.8 KB

Was ist das ewige Widerrufsrecht?

Viele Darlehensverträge lassen sich auch noch Jahre nach Vertragsschluss widerrufen
Ewiges Widerrufsrecht

Wurden der Darlehensnehmer nicht richtig über sein Widerrufsrecht belehrt oder enthielt der Darlehensvertrag nicht alle gesetzlichen Pflichtangaben, begann die 2wöchige Widerrufsfrist nie an zu laufen. Die Gerichte sprechen insofern vom sog. ewigen Widerrufsrecht. Dies bedeutet, dass der Darlehensnehmer seinen Darlehensvertrag auch noch Jahre nach dem Vertragsschluss widerrufen und rückabwickeln kann.


Ist mein Widerruf verjährt oder verwirkt?

Auch Widerrufe können verwirken.
Verjährung oder Verwirkung des Widerrufs?

Viele Banken behaupten pauschal, der Widerruf sei infolge Zeitablaufs verwirkt" Richtig ist, dass ein Widerruf verwirken kann. Dies hat der BGH zwischenzeitlich geklärt. Bei noch laufenden Darlehensverträgen ist die Verwirkung jedoch keinesfalls die Regel, sondern eine krasse Ausnahme. Lediglich bei bereits abgelösten Darlehensverträgen muss man genauer prüfen.

 

Generell schließt die Verwirkung die „illoyal verspätete Inanspruchnahme eines Schuldners“ aus. Unter dem Gesichtspunkt der unzulässigen Rechtsausübung (§ 242 BGB) setzt sie, insoweit der Verjährung ähnlich, eine zeitliche Grenze für die Rechtsausübung. Ein Recht ist verwirkt, wenn seit der Möglichkeit der Geltendmachung längere Zeit verstrichen ist (sog. Zeitmoment) und besondere Umstände hinzutreten, die die verspätete Geltendmachung als Verstoß gegen Treu und Glauben erscheinen lassen (sog. Umstandsmoment). Letzteres ist der Fall, wenn der Verpflichtete bei objektiver Betrachtung aus dem Verhalten des Berechtigten entnehmen durfte, dass dieser sein Recht nicht mehr geltend machen werde. Ferner muss sich der Verpflichtete im Vertrauen auf das Verhalten des Berechtigten in seinen Maßnahmen so eingerichtet haben, dass ihm durch die verspätete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstünde (so etwa BGH im Urteil vom 23.01.2014 (Az.: VII ZR 177/13, veröffentlicht in NJW 2014, 1230).


Abgasskandal und Widerruf

Widerruf von vom  Abgasskandal betroffener Verträge
Widerruf von vom Abgasskandal betroffener Verträge

Verbraucher, die ihren Pkw finanziert oder geleast haben, können den so genannten Widerrufsjoker ziehen: Denn deutsche Zivilgerichte nehmen seit Ende 2017 die Widerrufsbelehrungen bzw. Widerrufsinformationen von Pkw-Finanzierungsverträgen und PkW-Leasingverträgen sehr kritisch unter die Lupe.

 

 Dies bedeutet konkret: Der Pkw kann auch Jahre nach Abschluss des Kauf- oder Leasingvertrages zurückgegeben werden. Der Käufer oder Leasingnehmer schuldet nur die Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer. Dieser ist in der Regel jedoch wesentlich geringer als der tatsächlich eingetretene Wertverlust des Fahrzeuges.

So hat das Landgericht Berlin in einem viel beachteten Urteil vom 05.12.2017 (Az.: 4 O 150/16) entschieden, dass ein Autokäufer von der Volkswagen Bank GmbH (im Weiteren: VW-Bank) nicht verständlich über die Möglichkeit der Kündigung aufgeklärt wurde. Auch eine hinreichende Darstellung der Berechnung einer möglichen Vorfälligkeitsentschädigung ließ der Vertrag vermissen. 

Ähnlich hatte bereits das Landgericht Arnsberg in seinem Urteil vom 17.11.2017 (Az.: 2 O 45/17) argumentiert. Das Landgericht Ellwangen hat die Linie der Rechtsprechung mit Urteil vom 25.01.2018 (Az.:  4 O 232/17) bestätigt. 

 

In einem aufsehenerregenden Urteil hat das LG Ravensburg am 07.08.2018 (Az.: 2 O 259/17) entschieden, dass ein Verbraucher, der seinen Autokreditvertrag bei der VW Bank wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung wirksam widerrufen hat, sämtliche gezahlten Raten zurückerhält und weder Wertersatz noch Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen muss.

 

Autokredite können - mit großen Vorteilen für den Käufer - daher in vielen Fällen auch noch im Jahr 2019 widerrufen und rückabgewickelt werden: Die finanzierende Bank muss dann den Pkw zurücknehmen und kann vom Käufer allenfalls linearen Wertersatz für die gefahrenen Kilometer beanspruchen. Mit anderen Worten: Den hohen Wertverlust der ersten Lebensjahre eines Fahrzeuges tragen die Banken und nicht der Käufer. 

 

Bei finanzierten Verträgen ist der Widerruf des Darlehens der einfachere und günstigere Weg, sich von einem Autokauf wieder zu lösen, als Schadensersatz wegen erhöhter Abgaswerte (Stichwort: Abgasskandal) zu fordern.


Deckt meine Rechtsschutzversicherung einen Rechtsstreit?

Als besonderen Service bieten wir an, die Korrespondenz mit Ihrer Rechtsschutzversicherung  kostenfrei zu führen. Der Vorteil für Sie: Sie sparen Zeit und Ärger!

 

Viele Rechtsschutzversicherungen decken Streitigkeiten im Zusammenhang mit Darlehenswiderrufen, etwa Allianz, ARAG, Auxilia, Deurag, HUK-Coburg, HUK24, Roland, WGV.

 

Eine Besonderheit gilt bei Darlehensverträgen, mit denen ein Immobilienerwerb finanziert wurde. Die meisten Rechtsschutzversicherungen enthalten die sog. Bauherrenklausel. Das bedeutet, gedeckt sind nur Darlehensverträge, mit denen der Erwerb einer gebrauchten Immobilie zu Eigenwohnzwecken finanziert wurde.

Generell decken Rechtsschutzversicherungen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit einem Darlehenswiderruf. Bei Immobiliardarlehensverträgen ist jedoch Voraussetzung, dass mit dem Darlehensvertrag eine Immobilie finanziert wurde, bei der es sich um eine Bestandsimmobilie (d.h. keinen Neubau) gehandelt hat und der Verbraucher diese zu Eigenwohnzwecken erworben hat. 

Die meisten Rechtsschutzverträge aus dem Jahr 2018 - wie etwa von der ARAG - sehen mittlerweile allerdings folgenden Ausschluss vor:

 

"Sie haben vor Beginn des Versicherungsschutzes einen Darlehens- oder Versicherungsvertrag geschlossen und üben ein Widerrufs- oder Widerspruchsrecht aus mit der Begründung, bei Abschluss des Darlehens- oder Versicherungsvertrags über das Widerrufs- oder Widerspruchsrecht gar nicht oder nur unzureichend aufgeklärt bzw. belehrt worden zu sein. Dies gilt auch dann, wenn Widerruf oder Widerspruch nach Abschluss des Rechtsschutzvertrags erfolgen."

 

Gerne schauen wir uns kostenfrei die Rechtsschutzbedingungen Ihrer  Versicherungsgesellschaft an. Die Korrespondenz mit Ihrer Rechtsschutzversicherung nehmen wir kostenfrei für Sie wahr.

 

Mehr zum Thema Rechtsschutzversicherung finden Sie hier:

Aktuelles

BGH entscheidet am 05.11.2019 über Autokredite

Seit langem besteht Streit, ob die in zahlreichen Autokrediten und Konsumentenkrediten enthaltene Formulierung

 

"Für den Zeitraum zwischen Auszahlung und Rückzahlung ist bei vollständiger Inanspruchnahme des Darlehens pro Tag ein Zinsbetrag in Höhe von 0,00 Euro zu zahlen. Dieser Betrag verringert sich entsprechend, wenn das Darlehen nur teilweise in Anspruch genommen wird."

 

ausreicht, um die Widerrufsfrist zum Laufen zu bringen. Ebenso streitig ist, ob in den Vertragsunterlagen ein ausdrücklicher Hinweis darauf enthalten sein muss, dass der Darlehensvertrag (auch) außerordentlich unter den in § 314 BGB genannten Voraussetzungen gekündigt werden kann. 

 

Schließlich wird sich der Bundesgerichtshof auch der Frage zuwenden, ob es bei der Information über die Vorfälligkeitsentschädigung ausreicht auf die vom BGH "vorgeschriebenen finanzmathematischen Rahmenbedingungen" zu verweisen und nur einzelne bei der Berechnung zu berücksichtigende Parameter aufzuführen. 

 

Der Bundesgerichtshof hat nun angekündigt, am 05.11.2019 diese Fragen in den  Revisionsverfahren XI ZR 650/18 und  XI ZR 11/19 (zum Widerruf von mit Kfz-Kaufverträgen verbundenen Verbraucherdarlehensverträgen) zu verhandeln.

mehr lesen

EuGH-Urteil zum Widerruf eines DSL-Vertrages

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 11.09.2019 über eine Vorlagefrage des Landgerichts Bonn entschieden (Aktenzeichen: C-143/18 - Romano). Gegenstand des Rechtsstreit ist der Widerruf eines Darlehensvertrages bei der DSL Bank. Die dort verwendete Widerrufsbelehrung enthielt u.a. folgenden Text:

 

„Erlöschen des Widerrufsrechts

Das Widerrufsrecht erlischt vorzeitig, wenn der Vertrag vollständig erfüllt ist und der Darlehensnehmer dem ausdrücklich zugestimmt hat.“

 

Der EuGH hat Pressemitteilungen zufolge den Widerruf von Darlehensverträgen, die online oder per Fax abgeschlossen wurden als verfristet angesehen, wenn diese vollständig erfüllt wurden. Nach Ansicht der Kanzlei Stenz & Rogoz betrifft das Urteil nur sehr wenige Fälle in der Praxis. Nachdem das Urteil noch nicht veröffentlicht wurde, konnte es jedoch noch nicht ausgewertet werden. Der Verfahrensgang ist auf den Internetseiten des EuGH nachzulesen. 

Widerruf bei falschem Verweis auf elektronischen Geschäftsverkehr

Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom vom 04.06.2019 (Aktenzeichen: XI ZR 331/17) eine Widerrufsinformation als fehlerhaft angesehen, wenn der Darlehensvertrag nicht im sog. elektronischen Geschäftsverkehr geschlossen wurde und die Bank gleichwohl zum Fristbeginn ausführt:

 

"Die Frist beginnt aber erst, nachdem die Sparkasse ihre Pflichten aus § 312g Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit Art. 246 § 3 EGBGB erfüllt hat."

 

mehr lesen

Aufrechnungsbeschränkung in den AGB

Das Landgericht hatte mit Urteil vom 21.09.2018 (Aktenzeichen 2 O 21/18) einen Widerruf für wirksam erklärt, weil in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Darlehensvertrages eine Aufrechnungsbeschränkung enthalten war. Leider teilt der Bundesgerichtshof diese Ansicht nicht: Mit kürzlich veröffentlichtem Beschluss 04.09.2019 (Aktenzeichen: XI ZR 511/18) führte er u.a. aus:

 

"In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass eine inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Widerrufsbelehrung nicht dadurch undeutlich wird, dass die Vertragsunterlagen an anderer, drucktechnisch nicht hervorgehobener Stelle einen inhaltlich nicht ordnungsgemäßen Zusatz enthalten (Senatsurteil vom 10. Oktober 2017 - XI ZR 443/16, WM 2017, 2248 Rn. 25). Erst recht gilt dies ohne Rücksicht auf die Art ihrer Gestaltung, soweit Zusätze außerhalb der Widerrufsbelehrung zwar eine unzulässige und damit unwirksame Abweichung von Vorschriften des Verbraucherschutzrechts aufweisen, aber nicht in Zusammenhang mit der Unterrichtung über das Widerrufsrecht als solches stehen. Dass in den Darlehensvertrag einbezogene Allgemeine Geschäftsbedingungen eine unwirksame Regelung zu einer Beschränkung der Aufrechnungsbefugnis enthalten, ist damit für die Ordnungsmäßigkeit der Widerrufsbelehrung ohne Auswirkung. 

 

Das gilt unbeschadet des Umstands, dass im konkreten Fall nach § 1 Abs. 1 Nr. 10, Abs. 4 BGB-InfoV in der bis zum 10. Juni 2010 geltenden Fassung eine Belehrung über die Widerrufsfolgen zu erteilen war.

 

Entsprechend steht die obergerichtliche Rechtsprechung auf dem Standpunkt, eine nach Maßgabe des Senatsurteils vom 20. März 2018 (XI ZR 309/16, BGHZ 218, 132 Rn. 12 ff.) unwirksame Klausel beeinträchtige die Deutlichkeit bzw. Klarheit und Verständlichkeit der Unterrichtung über das Widerrufsrecht nicht (für die Widerrufsbelehrung OLG Schleswig, Urteil vom 9. August 2018 - 5 U 43/18, juris Rn. 45; für die Widerrufsinformation OLG Brandenburg, Urteil vom 18. Juli 2018 - 4 U 140/17, juris Rn. 19 ff.; OLG Frankfurt am Main, Beschlüsse vom 3. Mai 2018 - 23 U 91/17, juris Rn. 26 und ZIP 2019, 166, 167 f.; OLG Köln, Beschlüsse vom 13. September 2018 - 24 U 71/18, juris Rn. 9, vom 18. Oktober 2018 - 4 U 90/18, juris Rn. 4 ff., vom 22. Oktober 2018 - 24 U 106/18, juris Rn. 16 und vom 10. Januar 2019 - 12 U 90/18, juris Rn. 23 ff.; OLG Stuttgart, Beschluss vom 4. Februar 2019 - 6 U 88/18, juris Rn. 30 ff.)."

 

Der Beschluss ist im Volltext abrufbar unter: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&az=XI%20ZR%20511/18&nr=95658